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Pius Parsch-Institut
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Beispielstext – Sonntag
25.2.2007
ERSTER FASTENSONNTAG
EINFÜHRUNG
Das Wort des Glaubens muss dasselbe sein im Bekenntnis des Glaubens und in der Umsetzung des Glaubens im Leben. Das Wort des Glaubens ist die Botschaft der Auferstehung Jesu von den Toten. Am Aschermittwoch haben wir begonnen, uns intensiv auf die Feier der Auferstehung vorzubereiten. Wie lautet unser Wort des Glaubens im Bekenntnis des Mundes und im tagtäglichen Handeln? Lassen wir unseren Glauben wieder neu von der Botschaft der Auferstehung stärken, damit unser ganzes Leben zur Botschaft der Auferstehung wird. – Kyrie eleison.
TAGESGEBET
Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
ZUR 1. LESUNG Dtn 26,4-10
Wenn Israel ein Glaubensbekenntnis ablegt, dann gedenkt es der Sklaverei in Ägypten, des Exodus und der Landnahme im Gelobten Land. Das Glaubensbekenntnis ist die Erinnerung an die Heilstaten Gottes – nicht bloß historisch, sondern gegenwärtig: die Früchte des von Gott gegebenen Landes werden dankbar Gott dargebracht.
ZUR 2. LESUNG Röm 10,8-13
Gott hat Jesus von den Toten auferweckt. Diese Heilstat Gottes ist der Inhalt des christlichen Glaubens, des christlichen Glaubensbekenntnisses, des christlichen Lebens. So hat die Heilstat Gottes rettende Kraft für den glaubenden Menschen.
ZUR 3. LESUNG Lk 4,1-13
Jesus, der Sohn Gottes, der Messias, steht in einer Beziehung zu Gott, seinem Vater, die nicht, schon gar nicht von außen, zerbrochen werden kann. Diese Beziehung ist absolutes Vertrauen zu Gott, unaufgebbarer Gehorsam Gott gegenüber. All dem, was diese Beziehung zu durchbrechen versucht, begegnet Jesus mit der Heiligen Schrift; sie fasst in Worte, was das unerschütterliche Verhältnis zu Gott ausmacht.
ALLGEMEINES GEBET
„Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ (Röm 10,13) Im Glauben an die Auferstehung Jesu und die Auferweckung der Toten rufen wir zu Gott, unserem Vater:
- Sei deiner Kirche nahe mit deiner Gnade, wenn sie sich in der Vierzigtägigen Österlichen Bußzeit auf das Fest des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu vorbereitet.
- Sei allen politisch Verantwortlichen nahe mit deiner Gnade, wenn sie sich für das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen sorgen.
- Sei allen, die zu dir umkehren wollen, nahe mit deiner Gnade, damit sie ihr Leben nach deiner Botschaft ausrichten können.
- Sei allen, die Leid und Krankheit zu tragen haben, nahe mit deiner Gnade, wenn wie in deinem Wort Kraft und Trost suchen.
- Lass unsere Verstorbenen auf ewig in deinem Heil geborgen sein, das du ihnen verheißen und im Tod und in der Auferstehung Jesu geschenkt hast.
„Aus seinem Reichtum beschenkt der Herr alle, die ihn anrufen.“ (vgl. Röm 10,12) Den erhabenen und gütigen Gott loben und preisen wir jetzt und in Ewigkeit. Amen.
SCHLUSSGEBET
Gütiger Gott, du hast uns das Brot des Himmels gegeben, damit Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen. Erhalte in uns das Verlangen nach diesem wahren Brot, das der Welt das Leben gibt, und stärke uns mit jedem Wort, das aus deinem Mund hervorgeht. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
GEDANKEN
Glaubensbekenntnis
„Ich glaube an Gott …“ beten wir jeden Sonntag als Antwort auf die gehörten Bibeltexte. Das Buch Deuteronomium, mit dm der so genannte Pentateuch, die fünf Bücher Mose, abschließt, überliefert uns ein Glaubensbekenntnis des Volkes Israel. Gott werden die ersten Früchte des Landes dargebracht aus Dankbarkeit für das Land. Israel hat nach dem Auszug aus Ägypten und der vierzigjährigen Wüstenwanderung das Land in Besitz genommen, das Gott seinem Volk geschenkt hat. Daher hat dieses konkrete Land für die Juden bis zum heutigen Tag eine so immens große Bedeutung. Mit der Darbringung der Erstlingsgaben möchte Israel Gott, dem Herrn dieses Landes, danken und ihn verehren. Das Buch Deuteronomium verbindet die dankbare Darbringung der Früchte des Landes mit einem Glaubensbekenntnis. Dieses Glaubensbekenntnis ist keine Ansammlung von trockenen theologischen Formeln, sondern zunächst einmal ein Rückblick auf die Geschichte Israels. Der Glaube an Gott definiert sich über die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Höhepunkt dieser Geschichte ist die Gabe des Landes. In der wiederholten Darbringung der Früchte zeigt sich aber, dass ein solches geschichtliches Glaubensbekenntnis nicht bloß ein frommer Blick in die Vergangenheit ist. Gott lebt weiter mit seinem Volk, das Volk erlebt weiter Geschichte mit seinem Gott. Israel lebt aus der Geschichte mit Gott seinen Glauben in der Gegenwart.
„Ich glaube an Gott …“ beten wir jeden Sonntag als Antwort auf die gehörten Bibeltexte. Der Römerbrief überliefert uns ein Glaubensbekenntnis der ersten Christen, das „Wort des Glaubens“: „Jesus ist der Herr. Gott hat ihn von den Toten auferweckt.“ (Röm 10,8f.) Paulus blickt auch in seinem Glaubensbekenntnis auf Geschehenes zurück, auf die Auferstehung Jesu. Dieses Ereignis wird zum Konstitutivum des christlichen Glaubens. Er ist aber auch nicht bloß Vergangenes. Die Auferstehung Jesu ist für unseren Glauben und für unser Leben heilsbedeutend. In der Auferstehung Jesu schenkt Gott uns das ewige Leben. Daher ist der Glaube an die Auferstehung die Grundlage unseres eigenen Heils; im „Wort des Glaubens“ ist unsere Rettung.
„Ich glaube an Gott …“ beten wir jeden Sonntag als Antwort auf die gehörten Bibeltexte. Das Lukas-Evangelium überliefert uns ein Glaubensbekenntnis Jesu – in einer Erzählung verpackt. In der Geschichte von der Versuchung Jesu geht es – wie so oft in den Evangelien – um die Beantwortung der Frage: Wer ist dieser Jesus? – Der Sohn Gottes, der Messias. Jesus bleibt seinem Sohn-Gottes-Sein, seinem Messias-Sein treu. Es gelingt nicht die Beziehung zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn aufzusprengen. Wie reagiert Jesus auf die einzelnen Versuchungen? – Er zitiert das Buch Deuteronomium. Er bringt also seine Beziehung zu Gott mit Hilfe der Bibel zum Ausdruck. Jesus bekennt Gott und sein Sohn-Gottes-Sein mit dem Wort Gottes.
„Ich glaube an Gott …“ beten wir jeden Sonntag als Antwort auf die gehörten Bibeltexte. Im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift, in unserem Leben bringen wir unsere Beziehung zu Gott, unseren Glauben an Gott zum Ausdruck. In der Vorbereitung auf die Feier der Auferstehung wollen wir diese Beziehung verbessern, wollen wir an dieser Beziehung arbeiten, damit sie noch sichtbarer wird, damit wir mit unserem Mund und mit unserem Leben wahrhaft bekennen: „Ich glaube an Gott …“
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